Gänsehautfeeling

Nadja Körner

Eigentlich wollte ich nur nochmal schnell meine Tour für die anstehende Stadtführung ablaufen, um zu schauen ob alles gut zusammenpasst und die einzelnen Stationen schlüssig sind, als ich bei der Pusteblume wie angewurzelt stehen blieb.

Schon von weitem war mir aufgefallen, dass sich dort eine Traube Menschen bildete und die Stühle und Bänke des Grünstreifen-Cafes nahezu alle besetzt waren. Auch vernahm ich musikalische Untermalung und freute mich einfach, dass scheinbar etwas im Gange war. So wie ich mich immer freue, wenn nach Ladenschluss das Leben auf Treuenbrietzens Straßen pulsiert und grade mal nicht das Sabinchenfest dafür verantwortlich ist.

Gitarrenklänge und eine rauchige Stimme zu dem Titel „The answer my friend is blowing in the wind“ ließen mir das Blut in den Adern gefrieren und ich suchte intuitiv nach jemandem um die 40 Jahre, mit Bart und unzähligen Tätowierungen – juhu, ich liebe Klischees – fand aber einen Schüler am Mikrofon sitzend und offensichtlich verließ diese gänsehautverursachende Stimme gerade seinen Mund.

Wow!  Mein Mund wiederum blieb offen stehen und meine Füße taten es ihm gleich. Das musste ich mir einfach ansehen. So viel Talent, so viel Liebe zur Musik.  Man war ich plötzlich dankbar, dass meine Zeitplanung sich dermaßen  verzögert hatte, so dass ich in den Genuss dieses kleinen Konzertes kam.

Von Hause aus neugierig erfuhr ich schnell, das es sich bei den beiden Jungs auf der Bühne um die Band „Half quartered“ handelt. Die vermeintliche Joe Cocker Stimme gehört Jannes Kaser und der talentierte Schlagzeuger und Bassist ist Noah Ruppel. Beide kennen sich schon seit dem Sandkasten und sind ein eingespieltes Team, das sich quasi blind versteht.

Die beiden bestanden bei strahlendem Sonnenschein und immerhin fast 40 Gästen ihre Feuertaufe. Und mit Bravour wie ich finde. Einen Tag später, am Samstag, ging es für sie nämlich zum  Altstadtsommer in Bad Belzig. Dort hatten sie einen Auftritt im Pogo und wollten vorher doch gerne mal wissen, wie es ist Bühnenluft zu schnuppern.

Für Ihren Auftritt in der Pusteblume haben sie alles selbst organisiert. Sich mit der Gema rumgeschlagen und Genehmigungen im Rathaus beantragt. Und auch die Lieder sind nicht einfach nur nachgesungen, sondern mit viel Kreativität neu interpretiert.

Vielleicht hört man in Zukunft öfter von den „Half quatered“, vielleicht auch in der Pusteblume, vielleicht im Mix mit einem Poetry-Slam. Wäre jedenfalls ein schöner Ort dafür.

Von den Treuenbrietzenern und seinen Gästen wird er mittlerweile gerne genutzt um zu verweilen, einen Kaffee zu trinken, gerne auch einen Latte Macchiato  oder ein Eis zu genießen. Viele Fahrradtouristen nutzen die Pusteblume, um sich zu erfrischen. Darunter auch Franzosen, Dänen und Holländer. Manche auch auf dem Weg zu echten Abenteuern wie eine Dreier-Truppe auf ihrem Weg von Greifswald nach Kroatien – mit dem Fahrrad! Da bleibt mir nur den Hut zu ziehen. Ich bin schon froh, wenn ich es mit dem Fahrrad von Rietz nach Treuenbrietzen schaffe.

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