Sommertheater 2017 im Ratshof Treuenbrietzen

Es ist wieder soweit, die Schauspieler vom theater 89 und  die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg erwarten am Samstag, dem 19. August die Treuenbrietzener und ihre Gäste zu ein paar unterhaltsamen Stunden im wunderschönen Ambiente des alten Ratshofes.

Im Mittelpunkt stehen die drei Schwänke DAS HEISS EISEN, DER FAHREND SCHÜLER IM PARADEIS und DER ROSS-DIEB ZU FÜNSING MIT DEN TOLLEN DIEBISCHEN BAUREN. Zudem werden SPRUCH-GEDICHTE sowie Auszüge aus DIE WITTEMBERGISCH NACHTIGALL, DIE MAN JETZT HÖRET ÜBERALL und DAS SCHLAURAFFENLAND rezitiert und deutsche Volkslieder gesungen.

DAS HEISS EISEN: Eine Frau zettelt eine Treueprobe an. Ihr Mann soll ein heißes Eisen aus einem magischen Kreis heraus tragen.
Bleibt seine Hand unverletzt, ist seine Unschuld erwiesen …

DER FAHREND SCHULER IM PARADEIS:
Ein reisender mittelloser Student macht einer Bäuerin weis, er habe ihren Mann verarmt im Paradies getroffen …

DER ROSSDIEB ZU FÜNSING MIT DEN TOLLEN DIEBISCHEN BAUERN:
Drei Dorfälteste lassen einen Rossdieb frei bis nach der Ernte. Er solle wiederkommen und sich dann erst hängen lassen …

 

 

 

Im Jahr 2017 sind es 500 Jahre her, seit Martin Luther seine 95 Thesen gegen Machtmissbrauch und Korruption des Papsttums an die Schlosskirche zu Wittenberg schlug und damit die Reformation auslöste. Der Protestantismus ist eine religiös und politisch nachhaltige Bewegung geblieben. Mit der Berufung auf das Wort Gottes, das Luther dank seiner Bibelübersetzung ins Deutsche jedermann zugänglich machte, nutzte er die Sprengkraft des christlichen Glaubens für individuellen und gesellschaftlichen Fortschritt, indem er auf Gleichheit und Selbstverantwortung aller drängte und damit Demokratie, Aufklärung, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit beförderte.

Ein „Follower“ Luthers war der Nürnberger Schuhmacher, Spruchdichter, Meistersin-ger und Dramatiker Hans Sachs (1494 – 1576). Er war weithin bekannt, und seine Stimme hatte Gewicht. Mit ihm regten sich öffentliche Kritik und Selbstkritik. Als an-gesehener Handwerker lebte er unter den Leuten. Seine Sprüche wurden schnell als Kommentare zu alltäglichen und historischen Ereignissen verbreitet. Als Meistersin-ger stand er im „Song Contest“, der strengsten poetischen und musikalischen Regeln folgte, in Konkurrenz zu den Dichter- und Sangesgrößen seiner Zeit. Er war eine Art spätmittelalterlicher „Liedermacher“. Und als Dramatiker würde man ihn heute ins Fach der „Comedy“ stecken. Er verfasste in der „fünften Jahreszeit“ kurze Stücke in Knittelversen, die die großen und kleinen Betrügereien zwischen Bürgersleuten und Standespersonen, zwischen Eheleuten und Nachbarn im städtischen Alltag aufs Korn nahmen. Er studierte sie mit Laien ein, und diese Fastnachtsspiele wurden pünktlich zu aller Gaudi aufgeführt. Bis heute werden sie bei allen möglichen Gelegenheiten, wo sich feierwütige Leute versammeln, gespielt. Hans Sachs stand Martin Luther nahe und „promotete“ ihn und sein Wirken mit einem großen Sinngedicht.

 

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